Ist TESLA ein SCHNEEBALLSYSTEM?

Ich hoffe, ich habe Sie mit dem Titel nicht zu sehr geschockt. Ich habe mir die Frage neulich aber gestellt. Nicht, weil ich jemandem etwas Böses unterstellen will, aber weil für mich als „normalem“ Unternehmer gerade einiges nicht zusammenpasst beim Lieferanten meines Autos.

Vor kurzem ist ein interessantes Buch erschienen: „Adele Spitzeder – Der größte Bankenbetrug aller Zeiten“ von Julian Nebel. Adele Spitzeder hat in den 1860er Jahren in München eine „Bank“ gegründet, die den Kunden 10% Zinsen pro Monat gab. Zigtausende Menschen gaben ihr Geld, und alle wollten für sie arbeiten. Bis 1872 nicht mehr genügend Neukunden dazukamen, das Schneeballsystem aufflog und das Drama groß war.

Fast Zeitgleich zum Erscheinen dieses Buches hat Tesla die aktuellen Quartalszahlen vorgelegt. 619 Millionen Verlust. 480.000 Dollar Verlust pro Stunde. 8.000 Dollar pro Minute. Produktion von 22 Fahrzeugen am Tag statt 5.000. Und als ob das eine Firma nicht schon genug beschäftigen würde, stellt Elon Musk kurz darauf einen Supersportwagen vor, der mehr kann als alle Wettbewerber und nur einen Bruchteil kostet. Und einen elektrischen LKW, der alles in den Schatten stellt, was es bisher gab. Lieferdaten: unbekannt. Aber man kann schon eine Anzahlung leisten.

Fallen Ihnen auch Gemeinsamkeiten auf? Ich habe den allergrößten Respekt vor Elon Musk. Ich könnte nicht ruhig schlafen, wenn meine Firma in einem Quartal 619 Millionen Verlust schreiben würde. Und schon gar nicht parallel noch eine Marsmission und ein unterirdisches Tunnelsystem planen. Wie unsere Automobilkunden über Tesla sprechen zeigt: ich bin nicht alleine mit meinem Respekt. Aber ganz ehrlich: Könnte es sein, dass die guten alten Piechs, Zetsches, Lutz‘ und wie sie alle heißen Recht behalten? Könnte es sein, dass es stimmt, was alle Experten sagen: „Wenn du mit einer Oberklasselimousine kein Geld verdienst, musst du es mit einem Mittelklassewagen gar nicht erst versuchen?“

Ich weiß es nicht. Ich wünsche Tesla nur das Beste. Denn ich will nicht am Ende ein Auto haben ohne Hersteller.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag.

David Wenger

PS: Das Buch gibt es übrigens bei Amazon. Hier der LINK

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