Hat Herr Diess Recht?

Ich stelle mir gerade eine Frage: Hat Herr Diess Recht? Sie wissen schon: Herr Diess von VW. Der Chef des – je nach Tagesform – größten Automobilherstellers der Welt.

Herr Diess hält meiner Beobachtung nach relativ viele Reden. Zumindest werden sie in der Presse öfter zitiert als die anderer CEOs, vielleicht nehme ich das deshalb so war. Aber so oder so verfolge ich interessiert, was ihn so umtreibt.

Aktuell sind das nicht etwa die 30 Milliarden, die ihn der Dieselgate mit allen Nebeneffekten schon gekostet hat. Die hat er abgehakt. Das Rekordergebnis spricht für sich. Aktuell geht es um die „Technologieoffenheit“. Herr Diess hat vor kurzem das Ende der Technologieoffenheit gefordert und dafür plädiert, alles auf „rot“ – sprich: Batterieautos – zu setzen. Verbrenner, Erdgas, Brennstoffzelle, Biokraftstoffe – Schnee von gestern.

Das kann man so sehen, da die Vorteile einer konzentrierten Entwicklung sicher da wären. Man muss aber nicht. In den USA, in Korea und in Japan sieht man es anders. In China sowieso, weil die alles machen, was irgendwie denkbar wäre.

Toyota verkauft in Kalifornien Wasserstoffautos wie geschnittenes Brot. Hyundai hat mit dem Nexo den Benchmark unter den Brennstoffzellenfahrzeugen weltweit, alle die ihn nutzen, sind begeistert. Bis 2030 will Hyundai 500k Stück gebaut haben und investiert 6 Milliarden Euro in die Technologie. Sechs Milliarden. In den USA ist Erdgas als „heimische Energiequelle“ nach wie vor populär. Audi hat eine Power-to-Gas-Anlage gebaut, um CO2-neutral Erdgas zu produzieren und in Verbrennungsmotoren zu nutzen. Biokraftstoffe wie Ethanol sind in Brasilien weit verbreitet. Auch neue Verfahren zur Biokraftstoffherstellung sind noch lange nicht ausgereizt.

Und vor allem: Nikola baut in den USA LKWs mit Wasserstoffantrieb. Das Modell für den europäischen Markt ist schon lange vorgestellt. Weil sie es ins Museum stellen wollen? Eher nein. Vermutlich wollen sie ihn in großen Mengen produzieren und verkaufen. Demnächst kommt der erste Wasserstoff-LKW von Hyundai in die Schweiz. Hyundai-LKW? Ja, Hyundai-LKW. Wird Hyundai die Produktion nach den ersten tausend Stück für den Schweizer Markt wieder abbauen? Eher nein. Vermutlich wollen sie damit an die Marktanteile von Daimler, MAN und Scania. Zwei davon gehören zum Volkswagen-Konzern.

Es steht mir nicht zu, die Meinung von Herrn Diess pauschal als „falsch“ zu bewerten. Er ist verantwortlich für einen Umsatz von über 200 Milliarden. Er ist der Chef von 650k Mitarbeitern. Er hat sicher viele Fähigkeiten, die ich nicht habe und nie haben werde.

Trotzdem sitze ich da und denke „Uiuiui, wenn das mal gut geht.“ Die direkten Wettbewerber investieren sechs Milliarden, und er sagt sinngemäß „braucht kein Mensch“ und Sätze wie „das können wir uns nicht leisten.“ (Zynisch wie ich bin, denke ich natürlich „Das ist sind 20% eines durchschnittlichen Dieselgates, verteilt auf 10 Jahre…“ Aber gut, das denke ich nur und sage es nicht öffentlich, da es mir nicht zusteht.) Und natürlich hoffe ich es sehr für ihn und unsere Kunden innerhalb seiner Firma, dass es gut ausgeht.

Einem Zitat von ihm – im Manager Magazin letzten Oktober – stimme ich jedoch voll umfänglich zu: „Die Chancen, dass die deutsche Automobilindustrie in 10 Jahren noch zur Weltspitze gehört, stehen bei 50:50.“

Lassen Sie es uns angehen! Wenn wir etwas für Sie tun können, damit Sie an der Weltspitze bleiben, lassen Sie es mich wissen. Einfach „Antworten“ drücken und Ihr Anliegen in die Mail schreiben. Wir melden uns dann umgehend und helfen Ihnen.

Gruß aus Ulm

David Wenger

PS: Ich meine es ernst: An der Weltspitze ist die Luft dünn. Wir alle merken das im Alltag oft nicht. Aber auf www.wenger-engineering.de/kundenerfolg können Sie einige Mitglieder der Weltspitze sehen, die bestätigen, dass wir nicht nur labern… 😉

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Oder senden Sie eine E-Mail an: solution(at)wenger-engineering.com

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